Wagners Werk

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Der Mark großer Orgelbaumeister

Joachim Wagner kommt am 13. April 1690 in Karow bei Genthin zur Welt. Über seine Kindheits-, Jugend- und Lehrjahre weiß man wenig. Aus seinem eigenen Bekunden geht hervor, daß er um 1717 - 1719 bei Gottfried Silbermann (1683-1753) "2 Jahre in Arbeit gestanden" hat. Mit dem Auftrag zum Neubau der Berliner St. Marienorgel (1720-1723), seinem Erstling und "Meyster-Stück" avanciert er beinahe über Nacht zum wichtigsten Orgelbauer der Mark.

Er führte viele technische Neuerungen ein und änderte bedeutend das Klangbild der Orgel. Vor allem vermochte er, die Silbermannsche Dispositionslogik weiterzuentwickeln. Im Gegensatz zu seinem Lehrmeister, dessen Orgeln meist schlicht und schrankförmig wirkten, widmete Wagner auch der künstlerischen Gestaltung des Orgelprospektes viel Aufmerksamkeit.

Seine Instrumente sind im besten Sinn des Wortes barocke Klang- und Sinneswunder.

Orgelneubau Daniel Kern 2002 nach Joachim Wagner

Klangbeispiel:

Christoph Albrecht an der Wagnerorgel der Marienkirche zu Berlin (Aufnahme 1978)

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Wagners Unterschrift

Wagners Unterschrift auf dem Kontraktentwurf von 1731 (Textlink bitte mit der Maus überfahren)

Die Wagner-Orgel zu Trondheim, Norwegen

Wagners Schaffen berührte in knapp dreißig Jahren die Mark Brandenburg mit den Schwerpunkten Berlin, Brandenburg und , die Alt- und Neumark sowie Pommern. Die Orgel im norwegischen Trondheim - sein einziger Auslandsauftrag - ist sicher mit Bemühungen und Beziehungen seines Bruders Johann Friedrich, Prediger an St. Michaelis, Hamburg, zu erklären. An dieser Kirche hatte Wagner sein Wirken fortsetzen wollen.

Er, der seit 1732 in Berlin ohne festen Wohnsitz lebte, soll nach einem Hinweis der "Sammlung einiger Nachrichten von berühmten Orgelwerken in Deutschland" von Hamburg aus die Salzwedeler Orgel zu bauen angefangen haben.

Wagner, der in 30 Arbeitsjahren rund 50 Orgeln baute, was auf eine hohe Spezialisierung seiner Werkstatt schließen läßt, lebte für die Orgel. Familiäres trat zurück und ist spärlich dokumentiert. Immerhin: Am 29. April 1744 wird eine Tochter namens Friederica Elisabeth aus zweiter Ehe getauft. Da war Wagner bereits 54 Jahre alt, den der Altenburger Orgelmeister Heinrich Gottfried Trost (1673-1759) schon 1627 zu den "berühmten und rechtschaffenen Orgelmachern" zählt. Ein schwerwiegendes Urteil, das seinerzeit nicht ohne Kenntnis der Person und ihres Werks getroffen wurde.

Wagner zeigte von Anbeginn seine ganze handwerkliche und künstlerische Meisterschaft. Der Anteil größerer zwei- und dreimanualiger Orgeln überwiegt. Silbermann blieb er stets verpflichtet, andererseits löst er sich von dessen Stimmungskonzept und nimmt viele konstruktive Veränderungen vor.

Schnitzwerk an der Angermünder Wagner-Orgel

Auszug aus der Wagnerschen Original-Disposition von 1731 für die Angermünder Orgel (Textlink bitte überfahren)

Goldbronze und Zinn - wichtige "Requisiten" für die alten Orgelbaumeister

Am 25. Mai 1749, mitten in den Arbeiten an St. Marien Salzwedel, stirbt Joachim Wagner überraschend. Der lakonische Eintrag im Kirchenbuch lautet so: "Den 23. Maji ist Orgel Wagner verstorben, und da er vor der Hand hier nichts gehabt, hat auch seinetwegen hier nichts berechnet werden können, ist den 24. Mai Abends auf dem Kirchhof beygesetzet."

Johann Peter Migendt, sein Werkmeister und zu der Zeit mit dem Orgelneubau für St. Petri in Berlin beauftragt, schafft es bis 1751, wesentliche Teile der Orgel fertigzustellen.

Migendt und Ernst Julius Marx - beide Gesellen aus Wagners Werkstatt - waren es denn auch, die den märkischen Orgelbau in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bestimmen sollten.

Eine biographische Skizze des Meisters und seiner Schüler kann beim Institut für Aufführungspraxis, Stiftung Kloster Michaelstein (Blankenburg/Harz) bestellt werden.

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