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Brandenburgisches Joachim-Wagner-Orgelfest
Die reiche
brandenburgische Orgellandschaft hat schon immer eine wichtige Rolle bei
den Brandenburgischen Sommerkonzerten gespielt. In diesem Jahr
veranstalten die Organisatoren im Gedenken an den bedeutenden Orgelbauer
Joachim Wagner das erste „Brandenburgische Joachim-Wagner-Orgelfest“.
Es beginnt mit einem Konzert des bekannten Organisten James David Christie
aus Boston in Angermünde. Das zweite Konzert wird als „Orgelnacht“
unter dem Titel „Toccata und Instrumente“ in allen drei großen Kirchen der
Stadt Brandenburg stattfinden und beginnt im Brandenburger Dom. Etwas
Besonderes sind die „Meisterkurse“ für liturgisches und künstlerisches
Orgelspiel.
Link:
Brandenburgische Sommerkonzerte
Ausstellung
"Das Dritte Reich und die Musik" im Schloß Neuhardenberg
Wie die Nationalsozialisten
auch die Welt der Musik nach ihren Wünschen zu formen versuchten, zeigt die
Ausstellung "Das Dritte Reich und die Musik", die bis zum 25. Juni auf Schloss
Neuhardenberg zu sehen ist.

200 Exponate wie Briefe und Partituren sowie Film- und Tonbeispiele verdeutlichen,
welchen Stellenwert die Musik innerhalb der NS-Propaganda einnahm, aber auch,
welche Widersprüche in Kauf genommen wurden, um die Musik zu instrumentalisieren.
Ein mächtiger, stilisierter Adler hält zwischen seinen Klauen ein mystisch
leuchtendes Bündel Orgelpfeifen. Das Plakat zur Ausstellung "Drittes Reich
und die Musik" erinnert auch an "Europas größte Orgel", die mit 220 Registern,
16000 Pfeifen - die größte davon 12 Meter hoch - in der Nürnberger Luitpoldhalle
die Parteitage der Nazis begleiten sollte.
Für Kurator Pascal
Huynh spricht der Monumentalismus des Plakats von 1938 Bände: "Das illustriert
eigentlich sehr gut unsere Ausstellung: Deutschland, das Land der übermächtigen
Musik, also zuerst das musikalische Erbe, die großen Meister der Vergangenheit.
Das ist vielleicht das Erste, was man studieren kann, wenn man die musikalische
Weltanschauung und Musikpolitik der NS-Zeit studieren will."
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Links:
www.dradio.de und
Stiftung Schloß
Neuhardenberg
Studienstiftung
Dr. Uwe Czubatynski
Dr. Uwe Czubatynski,
Dorfstraße 21, 19322 Rühstädt, Tel. 038791 / 2775
E-mail:
Uwe.Czubatynski@t-online.de
Aufruf
zur Gründung einer Joachim-Wagner-Gesellschaft
Sehr geehrte
Damen und Herren,
der aus Karow bei Genthin gebürtige Orgelbauer Joachim Wagner
(1690 - 1749) gehört zu den bedeutendsten Orgelbauern des Barockzeitalters.
In seiner Berliner Werkstatt entstanden Instrumente, die mitteldeutsche und
norddeutsche Elemente miteinander verbanden und fort-entwickelten. Im Laufe
seines Lebens erbaute er etwa fünfzig sehr individuell gestaltete Orgeln.
Durch Kriege, Feuersbrünste und Unwissenheit ist ein großer Teil dieser Werke
im Laufe der Zeit zerstört worden. Erhalten geblieben sind bedeutende zweimanualige
Instrumente in Angermünde, Brandenburg (Dom), Treuenbrietzen (St. Marien),
Trondheim (Norwegen) und Wusterhausen. Kleinere, einmanualige Werke stehen
unter anderem noch in Bötzow, Schönwalde, Felchow, Pritzerbe und Sternhagen.
Die durch Wagner in Brandenburg-Preußen be-gründete Tradition wurde fortgeführt
durch seine Schüler Peter Migendt, Ernst Marx und Gottlieb Scholtze. Alle
diese Instrumente sind überaus wertvolle Zeugnisse einer hochentwickelten
Musikkultur und bedürfen der sorgfältigen Pflege.
Im Jahre 2005 konnte auch die Wagner-Orgel in Rühstädt in
hervorragender Weise restauriert werden. Aus diesem Grunde wollen wir
am Sonnabend, dem 26. August 2006
in Rühstädt ein Symposium „Der Orgelbauer Joachim Wagner“ samt Benefizkonzert
veranstalten und bei dieser Gelegenheit
eine Joachim-Wagner-Gesellschaft gründen. Eine Einladung zu dieser
Veranstaltung, die gemeinsam von der Kirchengemeinde, der Universität Siegen
und der Studienstiftung verantwortet wird, werden Sie zu gegebener Zeit erhalten.
Die Joachim-Wagner-Gesellschaft wird es sich zur Aufgabe machen
müssen, die Erforschung von Leben und Werk Wagners und seiner Schüler voranzutreiben.
Vor allem gilt es, die Bedeutung der noch erhaltenen Instrumente einer breiteren
Öffentlichkeit bewußt zu machen. Darüber hinaus werden große Anstrengungen
notwendig sein, um zahlreiche, immer noch vom Verfall bedrohte Instrumente
vor dem Untergang zu bewahren. Wir rufen deshalb alle Verantwortlichen – Gemeindekirchenräte,
Theologen, Kirchenmusiker, Orgelbauer, Musikwissenschaftler, Denkmalpfleger,
Publizisten, Kunsthistoriker, Restauratoren, Heimatforscher und Musikliebhaber
– auf, aktiv an diesen Zielen mitzuwirken. Bitte merken Sie sich schon jetzt
den genannten Termin vor. Geben Sie uns möglichst bald eine Rückmeldung, ob
Sie interessiert sind und wer noch angesprochen werden könnte.
Mit freundlichen
Grüßen
Dr. Uwe Czubatynski
Biographische Daten über Joachim
Wagner, erstellt von Dr. Czubatynski
Festliche Einweihung der Joachim-Wagner-Orgel in Rühstädt
Am Sonntag, dem 5. Juni 2005,
ist es endlich so weit: Nach mehrjähriger Planung und Restaurierung wird die
wertvolle Joachim-Wagner-Orgel in Rühstädt festlich geweiht. Umrahmt wird
dieser denkwürdige Anlaß von einem Festprogramm mit musikalischen und kulinarischen
Leckerbissen (siehe unten).
Die Rühstädter Wagnerorgel
wurde im Jahre 1738 von Joachim Wagner aus Berlin errichtet, der zu dieser
Zeit der bedeutendste Orgelbauer Preußens war und seinen berühmten Kollegen
Arp Schnitger und Gottfried Silbermann in nichts nachsteht. Sie ist die einzige
Wagnerorgel in der Prignitz und zugleich das zweitälteste Instrument in der
Region. Gestiftet wurde sie einst von der Frau des preußischen Staatsministers
Friedrich Wilhelm von Grumbkow. Durch die
Orgelbau Waltershausen GmbH konnte die Orgel nun so restauriert werden,
daß sie im wesentlichen wieder dem Zustand von 1738 entspricht.
Die Restaurierung hat nahezu
100.000 EUR gekostet und wurde u. a. von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung,
dem Land Brandenburg, der Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg, dem Kirchenkreis
Havelberg-Pritzwalk, der Kirchengemeinde Rühstädt sowie eine Reihe von privaten
Spendern finanziert. Die Kirchengemeinde ist auch künftig für Spenden dankbar.
Die ohnehin mit reicher Ausstattung versehene Rühstädter Kirche hat damit
ein kostbares und klingendes Inventarstück wiedergewonnen.
Wer am 5. Juni keine Möglichkeit
hat, nach Rühstädt zu kommen, kann mit Pfarrer Dr. Uwe Czubatynski (038791
/ 2775) eine Orgel- und Kirchenführung zu einem späteren Zeitpunkt vereinbaren.