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Liebe Freunde der Wagner-Orgel,
als vor fast 30 Jahren die Angermünder Sommerkonzerte von ein paar Enthusiasten
aus der Taufe gehoben wurden, haben nicht Allzuviele zu hoffen gewagt, daß
es sie auch noch im 21. Jahrhundert geben würde. 80 Kilometer von Berlin und
25 Kilometer vor der polnischen Grenze gelegen, gehörte schon einiger Optimismus
dazu, unserem uckermärkischen Städtchen kulturellen Glanz zu verleihen.
Dabei haben wir einen einzigartigen Schatz in unseren Stadtmauern - die
Barockorgel von Joachim Wagner (1690 - 1749), dem märkischen Silbermann. Wagner,
der bedeutendste Orgelbauer in der Mark, war Schüler des sächsischen Orgelbaumeisters.
Er brannte darauf, zunächst in Berlin, mehr aber noch in der Mark, sein Können
unter Beweis zu stellen.
Die Angermünder Orgel schuf er in den Jahren 1742 bis 1744. Sie zählt zu
den schönsten Barockinstrumenten im Osten Deutschlands. Schon der Orgelprospekt
mit seinem reich vergoldeten Schnitzwerk und den imposanten Pfeifen wirkt
grandios. Das Beiwerk der Orgel: Zimbelsterne, Tremulanten, Trompetenbläser
und zwei Pauken, die von Paukenengeln geschlagen werden, sorgt immer wieder
für Heiterkeit.
Meine Orgel ist mit etwa 200 klingenden Pfeifen und 30 Registern
ein Instrument von überwältigender Klangfülle. Dass ich noch heute darauf fast
wie vor 260 Jahren spielen kann, ist das Verdienst der Organisten vor mir,
der Orgelbauer und aller Orgelfreunde, die ihre Orgel nie im Stich gelassen
haben.
An der Wagner-Orgel der St. Marien-Kirche haben in den vergangenen Jahrzehnten
berühmte Solisten aus beinahe allen Erdteilen gespielt. An dieser guten Tradition
will ich festhalten. Orgeln verkünden viele Botschaften. Eine davon: Humanität
kennt keine Grenzen.
Freuen Sie sich mit mir auf einen Konzertsommer voller musikalischer
Entdeckungen in der Marienkirche, aber
auch auf Konzerte in der restaurierten Kirche des Angermünder Franziskanerklosters.
Die Uckermark hat viele Töne.
Kontakt: info@angermuender-sommerkonzerte.de
Ihr Dieter Glös
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